Abschreibung

Abschreibung für Abnutzung – was ist das?

2. Juli 2010

Abschreibung für Abnutzung

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Wird ein Wirtschaftsgut eingesetzt, um damit Einkünfte zu erzielen, gelten die Anschaffungs- oder Herstellungskosten nicht als Vermögensminderung. Handelt es sich jedoch um ein abnutzbares Wirtschaftsgut, dass ebenfalls zur Einkunftserzielung dient, gilt das als eine Vermögensminderung und kann unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich abgesetzt werden.

Um in der Buchführung den Wertverlustes des Wirtschaftsgutes zu ermitteln wird vom Bundesfinanzministerium die AfA-Tabelle (Absetzung für Abschreibung) bereitgestellt, die zwar nicht im Gesetz verankert ist und somit sind Steuerzahler nicht verpflichtet der Tabelle zu folgen, allerdings ist sie eine unverzichtbare Unterstützung bei der Schätzung der Nutzungsdauer für die Abschreibung für Abnutzung. Jedoch gibt es auf dem Markt weit über 100 andere solcher AfA Tabellen, die ebenfalls genutzt werden können.

Für die steuerliche Gewinnermittlung können verschiedene Berechnungsgrundlagen angewendet werden. Jedoch basieren die Kalkulationen auf zwei Grundlagen. Zum einen müssen die Wirtschaftsgüter mehr als ein Jahr genutzt werden und müssen einen Anschaffungswert von mindestens 1.000 Euro besitzen. Wirtschaftsgüter unter einem Anschaffungswert von 1.000 Euro unterliegen einer gesonderten Reglung.

Die lineare Abschreibung

Standardgemäß wird am häufigsten die lineare Abschreibung angewendet, bei der der Anschaffungspreis des Wirtschaftsgutes durch die Jahre der Nutzungsdauer dividiert wird. Der Betrag wird dann gleichbleibend in einem Zeitraum der Nutzungsdauer jährlich abgerechnet. Beispielsweise kauft ein Unternehmer ein Fahrzeug im Wert von 5.000 Euro und setzt eine Nutzung von 6 Jahren voraus, dann dividiert sich die Anschaffungssumme des Fahrzeuges durch die Nutzungsdauer. So kann das Unternehmen sechs Jahre lang rund 830,00 Euro jährlich absetzen. Ist die festgesetzte Dauer abgelaufen, steht das Unternehmen steuerlich bei Null. Falls jedoch das angeschaffte Fahrzeug auch nach der Nutzungsdauer von sechs Jahren im Betrieb verwendet wird, kann das Unternehmen die Kosten nicht mehr als Abschreibung geltend machen.

Grundsätzlich aber können unbewegliche, aber abnutzbares Anlagegüter über einen Zeitraum von 50 Jahren abgeschrieben werden. Beim Geschäfts- oder Firmenwert beträgt die Dauer der linearen Abschreibung bis zu 15 Jahren. Die Abschreibung kann bei Nutzung, technischen Fortschritt, natürlichen Verschleiß oder außergewöhnlichen Ereignissen erfolgen.

Die degressive Abschreibung

Eine weitere Methode bei der Abschreibung für Abnutzung ist die degressive Abschreibung, die anders als bei der linearen Methode nur im ersten Jahr auf der Anschaffungskostenberechnung basiert. In den folgenden Jahren wird der Betrag dann aus dem Restbuchwert des Wirtschaftsguts kalkuliert. Das bedeutet, dass der Abschreibungsbetrag jährlich kleiner wird. Vorteil bei der degressiven Abschreibung ist der absetzbare Betrag im ersten Jahr, der wesentlich höher liegt als im Vergleich zu der linearen Kalkulation. Zunächst allerdings wurde die degressive Abschreibung aus dem Gesetz gestrichen und so konnten Anlagegüter, die nach dem 01.01.2008 angeschafft wurden nicht mehr mittels der degressiven Berechnung abgesetzt werden. Doch aufgrund des Konjunkturprogramms der Bundesregierung ist die Methodik in den Jahren 2009 und 2010 vorübergehend wieder möglich.

Was sind Anschaffungskosten?

Nun stellt sich für viele Steuerzahler häufig die Frage wie man Anschaffungskosten definiert. Denn damit ist nicht nur der reine Kaufpreis des Wirtschaftsguts gemeint, sondern darunter werden auch Nebenkosten, die dazuführen, dass die Anlagegüter betriebsbereit für das Unternehmen eingesetzt werden können, verstanden. Das kann bei Anschaffung eines Fahrzeuges beispielsweise die Überführungskosten sein oder bei einer Maschine die Montage. Allerdings muss es sich bei den Anschaffungsbeträgen um den Nettobetrag handeln. Nur bei umsatzbefreiten Unternehmen wird kein Unterschied zwischen Netto und Brutto gemacht.

Das gilt ebenso bei gebrauchten Anlagegütern, auch wenn die AfA Tabelle nur die Berechnung von neuen Wirtschaftsgütern vorsieht. Allerdings wird in der Nutzungsdauer zwischen neuen und gebrauchten Wirtschaftsgütern unterschieden. Denn hier wird die Nutzungsdauer insgesamt berechnet und nicht erst zum Zeitpunkt des Erwerbs des gebrauchten Guts. Es ist auch möglich private Anlagegüter, die innerhalb von drei Jahren zur betrieblichen Nutzung verwendet wurden, abzuschreiben. Dabei wird mittels der AfA Tabelle der Zeitraum zwischen Anschaffung und Einlage in das Unternehmen herausgerechnet und erhält so einen Abschreibungswert, der verwendet wird, wenn das Wirtschaftsgut älter als drei Jahre ist. Bei unter drei Jahren wird die Restnutzungsdauer für die Abschreibung verwendet.

Wie bereits oben angeschnitten, können auch Wirtschaftsgüter unter einem Wert von 1.000 Euro abgeschrieben werden. Hier gilt die Methodik der Sofortabschreibung. Eintreten kann das, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von beweglichen Wirtschaftsgütern nicht einen Wert von 410,00 Euro überschreiten. Abgesetzt wird im ersten Jahr der Anschaffung, Herstellung oder zum Zeitpunkt für die Nutzung im Betrieb.

 

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