Steuer sparen

Wird die Kirchensteuer bald abgeschafft?

12. September 2013

Kirchensteuern werden abgeschafft

Schon seit einigen Jahren diskutieren Politiker und Steuerzahler darüber, welche Steuer sinnvoll ist und bei welcher Abgabe über eine Abschaffung nachgedacht werden sollte. Hier ist es vor allem die Kirchensteuer, die vielen Steuerzahlern ein Dorn im Auge ist. Deutschland ist das einzige Land der Europäischen Union, in welchem der Staat von seinen Bürgern eine Kirchensteuer verlangt. Viele Europäer wünschen sich in diesem Punkt eine Vereinheitlichung. Bislang stand die Abschaffung der Kirchensteuer jedoch noch nicht zur Debatte. Es gab zwar auch in den letzten Jahren einige Versuche von verschiedenen Parteien, diesen Punkt auf die politische Tagesordnung zu bringen, auf eine breite Mehrheit stieß der Vorschlag bei der christlich-konservativen Regierung jedoch nicht. Online gibt es verschiedene Petitionen, in welchen Parteien, Vereine und Bürger für eine Abschaffung oder zumindest für eine Senkung der Kirchensteuer werben.

Sinn und Zweck der Kirchensteuer

Die Kirchensteuer im heutigen Sinne wird zwar nicht seit Anbeginn entrichtet, sie stammt jedoch aus der Ursprungszeit der Kirche. So ist die Abgabe an die Religionsgemeinschaft eine ehrwürdige Investition, die jedes Mitglied der kirchlichen Gemeinschaft gern tätigen sollte. Verfechter der Kirchensteuer sagen sogar, dass die Kirche in ihrem täglichen Handeln ohne diese Abgabe eingeschränkt werden würde. Sie könnte ihren Aufgaben nicht mehr ausreichend nachgehen und die Stärkung der kirchlichen Gemeinschaft könnte in Gefahr geraten.

Die Kirchensteuer ist abhängig von Lohn und Gehalt

Besonders an der kirchlichen Abgabe in Deutschland ist, dass sie abhängig von Einkommen und Lohn monatlich entrichtet werden muss. Diese Regelung halten viele Kritiker der Kirchensteuer für unverschämt und altbacken. Diese Experten sind sich zwar alle einig darüber, dass es rechtens ist, von einem Mitglied der Gemeinschaft Beiträge einzufordern, um diese am Leben zu halten, die geforderten Zahlungen sollten jedoch weitaus flexibler erfolgen. Die Kirchensteuer teilt die Gemüter in Deutschland also ebenso stark, wie die Kirche und der christliche Glaube selbst.

Für den Partner mit bezahlen

Auch ist es in Deutschland so, dass bei unterschiedlichen Konfessionen in einer Ehe, die Kirchensteuer unter den verschiedenen Gemeinschaften aufgeteilt wird. So zahlt der eine immer für den anderen Partner mit. Es kann demnach also auch passieren, dass ein konfessionsloser Ehepartner für seinen Gatten Kirchensteuerzahlen muss, weil dieser in einer religiösen Körperschaft tätig ist. Diese Regelungen halten viele Kritiker dieser steuerlichen Belastung für weit überholt.

Bayern setzt erstes Zeichen

Es ist das Bundesland Bayern, welches sich als Erstes bereit erklärt hat, die Kirchensteuer zu reformieren. So wird in diesem Bundesland ein Prozent weniger Steuerlast erhoben, als in allen anderen Bundesländern. Die Kirchen in Bayern werben anders um Spenden von ihren Mitgliedern. In Gemeindebriefen wird um Spenden genau in der Höhe dieses einen Prozentes erbeten. Die bayrischen Gemeinden verraten jedoch bleichzeitig, wie dies Spenden dann verwendet werden sollen. So soll dieses Geld den Gemeindemitgliedern zugutekommen, indem es beispielsweise in die Erschaffung respektive in den Erhalt von Kindergartenplätzen in der Gemeinde investiert werden soll.

Diskussionen vor der Bundestagswahl

Auch zur Bundestagwahl 2013 ist das Thema, die Abschaffung der Kirchensteuer für einige Kritiker wieder auf dem Plan. Dies ist jedoch kein Einzelfall. Bereits vor den Wahlen im Jahre 2009 wurde heftig darüber diskutiert, ob eine Kirche ohne Kirchensteuer in Deutschland überhaupt denkbar sei. Selbst Kirchinterne forderten seinerzeit eine Reform der Kirchensteuer. Da diese Steuer monatlich für viele Bundesbürger auch zur Belastung werden kann, entscheiden sich manche Menschen aus der Kirche auszutreten. Dies tun sie oft, obwohl sie dem Glauben immer noch fest verbunden sind. Hier hört die strenge deutsche Regelung der Kirchensteuer für viele Theologieexperten auf. Tritt ein Gemeindemitglied aus der Kirche aus, muss es zwar keine Steuer mehr entrichten, es kann aber auch nicht mehr ohne Weiteres an der kirchlichen Gemeinschaft partizipieren. Ein kirchliches Begräbnis ist dann in diesem Fall undenkbar. Verschiedene Theologen fordern, dass ein Austritt aus der Kirche möglich sein soll, ohne dass der Weg zur Gemeinschaft und der Teilnahme an ihr auf alle Zeit versperrt bleibt.

Aktuell ist die Abschaffung der Kirchensteuer in Deutschland noch nicht in Sicht. Vielleicht wird sie jedoch liberaler, wird reformiert und stärkt die Rechte der Bürger. Zu hoffen bleibt laut vieler Kritiker, dass Menschen, die aus der Kirche austreten, nicht wie Aussätzige behandelt werden, nur weil ihnen vielleicht die Steuerlast zu hoch geworden ist.

 

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